
Sicher und bewusst in einer digitalen Welt
Kinder wachsen heute selbstverständlich mit digitalen Medien auf. Schule hat deshalb ergänzend zu den Eltern die wichtige Aufgabe, Kinder dabei zu unterstützen, Medien sicher, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen.
Dabei orientieren wir uns an wissenschaftlichen Erkenntnissen darüber, wie Kinder erfolgreich lernen. Digitale Medien können Lernen sinnvoll unterstützen, wenn sie gezielt eingesetzt werden. In der Grundschule ist dies kaum sinnvoll möglich.
Wir sind motorische Wesen und unser Gehirn vernetzt sich vor allem durch Bewegung. Gerade in der Grundschule brauchen Kinder vielfältige Erfahrungen: Sie müssen lesen, schreiben, rechnen, sprechen, sich bewegen, kreativ tätig sein, ausprobieren und gemeinsam mit anderen lernen. Diese Grundlagen schaffen die Voraussetzung dafür, dass Kinder später digitale Medien kompetent und selbstbestimmt nutzen können.
Medienzeit und Lernen
Kinder verbringen heute zunehmend Zeit mit digitalen Medien. Untersuchungen zeigen, dass ein Teil der Kinder bereits im Grundschulalter mehrere Stunden täglich vor Bildschirmen verbringt. Bei manchen Kindern nimmt die Mediennutzung einen sehr großen Teil des Tages ein.
Fachstellen empfehlen deshalb klare Grenzen für Bildschirmzeiten. Diese Werte sind als Höchstgrenzen gedacht, nicht als Ziel. Bildschirmzeit ist die Gesamtzeit für die Nutzung von TV, Handy, Tablet, Spielkonsole etc.
- Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren: höchstens etwa 30 Minuten Bildschirmzeit pro Tag
- Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren: höchstens etwa 60 Minuten Bildschirmzeit pro Tag
- Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren: höchstens etwa 90 Minuten Bildschirmzeit pro Tag
Wichtig ist dabei nicht nur die Dauer, sondern auch die Frage: Was ersetzt die Medienzeit? Kinder brauchen ausreichend Zeit für Schlaf, Bewegung, Gespräche, Lesen, freies Spiel, soziale Erfahrungen und eigene Entdeckungen.
Was sagt die Forschung?
Wissenschaftliche Studien zeigen Zusammenhänge zwischen sehr oder ungünstiger Mediennutzung und verschiedenen Entwicklungsbereichen. Dazu gehören unter anderem:
- weniger Zeit für Bewegung und körperliche Aktivität
- ungünstige Auswirkungen auf Schlaf und Erholung
- weniger direkte Gespräche und soziale Erfahrungen
- weniger Zeit für Lesen, Schreiben und kreatives Denken
- Schwierigkeiten bei Aufmerksamkeit und Selbststeuerung
- Risiko einer problematischen Mediennutzung
Dabei ist wichtig: Nicht jede Mediennutzung ist schädlich. Entscheidend sind Alter, Inhalt, Dauer, Begleitung und die Balance zu anderen wichtigen Erfahrungen.
Auch die Bildungsforschung zeigt, dass passiver Medienkonsum keinen Lernvorteil bringt. John Hattie weist in seiner Metastudie „Visible Learning“ für den Einflussfaktor Fernsehen eine Effektstärke von d = -0,18 aus. Der negative Wert zeigt einen kleinen negativen Zusammenhang mit schulischer Leistung. Seine Studie fasst die Ergebnisse Tausender Studien zusammen. Der Wert bedeutet nicht, dass Medien Kinder „verblöden“. Er zeigt vielmehr, dass viel passiver Medienkonsum häufig mit weniger Zeit für lernförderliche Aktivitäten wie Lesen, Gespräche, Bewegung und eigene Erfahrungen verbunden ist. Der Wert von -0,18 zeigt, dass ohne die Mediennutzung Kinder bessere Lernfortschritte machen würden.
Unser Umgang mit digitalen Medien
Wir möchten Kinder nicht möglichst früh möglichst lange an digitale Geräte heranführen. Wir möchten sie dazu befähigen, digitale Medien sicher, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen.
Digitale Medien setzen wir dort ein, wo sie einen klaren pädagogischen Mehrwert bieten – zum Beispiel beim Recherchieren, Präsentieren, Gestalten, Dokumentieren oder beim individuellen Üben.
Gleichzeitig legen wir großen Wert auf die grundlegenden Fähigkeiten, die Kinder für ihren weiteren Bildungsweg benötigen: sichere Lesefähigkeit, Schreiben, Rechnen, Kommunikation, Kreativität und selbstständiges Denken.
Medienkompetenz bedeutet mehr als Technik
Kinder lernen bei uns:
- Informationen zu finden und kritisch zu bewerten
- Fake News zu erkennen
- eigene Bilder und persönliche Daten zu schützen
- verantwortungsvoll mit Bildern und Inhalten umzugehen
- respektvoll online zu kommunizieren
- Cybermobbing zu erkennen und sich Hilfe zu holen
- Gefahren wie Cybergrooming und sexuellen Missbrauch (das wird altersgerecht besprochen) im digitalen Raum zu verstehen
Unser Ziel ist, dass Kinder digitale Medien nicht nur bedienen können, sondern verstehen, wie digitale Räume funktionieren und wie sie sich darin sicher bewegen.
Gemeinsam mit Eltern
Medienerziehung gelingt am besten, wenn Schule und Elternhaus zusammenarbeiten. Deshalb bieten wir digitale Medienelternabende an. Eltern erhalten Informationen zu aktuellen Entwicklungen, Sicherheit im Internet und Möglichkeiten, ihre Kinder im digitalen Alltag gut zu begleiten. Schreiben Sie uns, wenn Sie interessiert sind!
Hilfreiche Informationen für Eltern:
Klicksafe – Sicherheit im Internet für Kinder und Eltern
https://www.klicksafe.de
Internet-ABC – Wissen, wie das Internet funktioniert
https://www.internet-abc.de
SCHAU HIN! – Was Familien über Medien wissen sollten
https://www.schau-hin.info
Nummer gegen Kummer – Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern
https://www.nummergegenkummer.de
