
Kinder brauchen beides: Freiraum, um selbstständig zu werden und einen verlässlichen Rahmen, der ihnen Sicherheit gibt.
An der Schule Fabriciusstraße möchten wir jedes Kind mit seinen unterschiedlichen Stärken, Erfahrungen und Bedürfnissen sehen. Wir geben Orientierung, trauen Kindern etwas zu und unterstützen sie dabei, zunehmend Verantwortung für sich selbst, ihr Lernen und die Gemeinschaft zu übernehmen.
Stark durchs Leben – unser Profilunterricht
In jedem Jahrgang gibt es bei uns Profilunterricht. Hier beschäftigen sich die Kinder altersgerecht mit Themen, die sie in ihrer persönlichen Entwicklung stärken und ihnen Sicherheit für ihren Alltag geben.
Dabei geht es zum Beispiel um Fragen wie: Wer bin ich? Was brauche ich, damit es mir gut geht? Was kann ich tun, damit es uns zusammen gut geht? Wie sorge ich für mein eigenes Wohlbefinden?
Je nach Alter kommen weitere Themen hinzu: gesunde Ernährung, der sichere Umgang mit Hunden, Mobbing und Möglichkeiten, sich zu schützen, sowie die Prävention sexualisierter Gewalt. Bei einzelnen Themen unterstützen uns externe Fachleute, beispielsweise mit altersgerechten Theaterangeboten.
Die Inhalte finden ihren Platz in eigenen Profilstunden und an Profilprojekttagen. Die Elemente greifen wir auch im übrigen Unterricht und im Schulalltag immer wieder auf. Denn was Kinder fürs Leben lernen, soll nicht auf eine einzelne Unterrichtsstunde begrenzt bleiben.
Klarheit und Orientierung
Kinder brauchen unterschiedlich viel Struktur, um gut und selbstständig lernen zu können. Deshalb richten wir die Gestaltung des Unterrichts nach der jeweiligen Klasse und den Bedürfnissen der einzelnen Kinder aus.
Klare Abläufe, Rituale, visualisierte Tages- oder Stundenstrukturen, verständliche Arbeitsaufträge sowie Arbeits- und Wochenpläne können Orientierung geben. Welche dieser Hilfen eingesetzt werden und wie viel Unterstützung ein Kind benötigt, ist jedoch unterschiedlich.
Manche Kinder finden schnell ihren eigenen Weg, andere brauchen mehr Orientierung beim Planen, Beginnen oder Weiterarbeiten. Wir möchten Kinder dabei nicht orientierungslos lassen, sondern ihnen die Struktur und Unterstützung geben, die sie benötigen.
Unser Ziel ist dabei immer, Unterstützung nach und nach dort zurückzunehmen, wo sie nicht mehr gebraucht wird. So kann aus Orientierung zunehmend Selbstständigkeit werden.
Lernen mit Zutrauen und Anspruch
Kinder lernen unterschiedlich. Sie bringen verschiedene Erfahrungen, Stärken und Lernstände mit – und genau das gehört für uns zu Schule.
Wir möchten Kinder fordern, ohne sie zu überfordern, und unterstützen, ohne ihnen alles abzunehmen. Wer mehr Hilfe benötigt, soll sie bekommen. Wer schon weiter ist, braucht neue Herausforderungen.
Auch Fehler gehören zum Lernen. Sie zeigen uns, wo wir weiterdenken und etwas noch einmal anders versuchen können. Gleichzeitig brauchen Kinder die Erfahrung: Ich kann etwas schaffen. Ich kann heute etwas, das ich gestern noch nicht konnte.
So möchten wir Neugier erhalten, Freude am Lernen fördern und die Kinder Schritt für Schritt darin stärken, Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu übernehmen.
Miteinander reden – in einen guten Austausch kommen
Wo viele Menschen zusammenkommen, entstehen auch Konflikte. Kinder sollen bei uns lernen, diese zunehmend respektvoll und selbstständig zu lösen.
Dafür üben wir Elemente der Gewaltfreien Kommunikation ein: Was ist passiert? Wie geht es mir damit? Was brauche ich? Und was wünsche ich mir vom anderen?
In jeder Klasse gibt es außerdem klasseninterne Streitschlichter. Die Kinder werden im Klassenrat oder in der Klassenleitungsstunde auf diesen Dienst vorbereitet.
Bei kleinen Pausenkonflikten sind sie erste Ansprechpartner – etwa wenn ein Kind jemanden zum Reden braucht oder zwei Kinder Unterstützung dabei möchten, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Wo ein Konflikt die Hilfe Erwachsener braucht, übernehmen selbstverständlich die Erwachsenen.
Mitreden und mitgestalten
Kinder sollen erfahren, dass ihre Meinung zählt und sie ihre Schule mitgestalten können.
Im Klassenrat besprechen sie Themen aus ihrem unmittelbaren Schulalltag, suchen gemeinsam nach Lösungen und treffen Absprachen. In der Kinderkonferenz können Anliegen über die eigene Klasse hinaus eingebracht werden.
Auch bei Projekten und gemeinsamen Regeln beteiligen wir die Kinder. Dabei lernen sie, ihre Meinung zu vertreten, anderen zuzuhören, unterschiedliche Interessen wahrzunehmen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.
Mitbestimmung bedeutet für uns auch, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.
Vormittag und Nachmittag – gemeinsam für die Kinder
Ein Kind erlebt bei uns nicht zwei voneinander getrennte Welten. Deshalb arbeiten Schule und GBS eng zusammen.
Für den Austausch zwischen Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften gibt es jede Woche feste Zeiten, gemeinsame Konferenzzeiten und verbindliche Absprachen. Wenn etwas nicht bis zum nächsten Termin warten sollte, suchen wir auch spontan das Gespräch.
So können Erfahrungen und Beobachtungen aus Unterricht und Nachmittag zusammenkommen. Wir betrachten nicht nur einen Ausschnitt des Schultages, sondern fragen gemeinsam:
Was braucht dieses Kind gerade – und wie können wir es gut begleiten?
Was uns verbindet
So unterschiedlich diese Bereiche zunächst erscheinen – sie folgen demselben Gedanken:
Wir möchten Kinder sehen und ernst nehmen. Wir geben ihnen Sicherheit und Orientierung, trauen ihnen etwas zu und helfen ihnen dabei, ihren eigenen Weg zunehmend selbstständig zu gehen.
